24. January, 2008

Schwarze Schafe im Kino Central

Da abboniert man Massen von Filmzeitschriften, ließt die Kritiken, rennt zu nachtschlafender Zeit in Festivalfilme und erzählt allen Menschen im nächsten Umfeld, welche Filme man noch unbedingt schauen will. Macht Listen und klebt sie an Kühlschränke oder Schreibtische und dann fällt der eine oder andere Film doch hinten runter.

Schwarze Schafe“ ist so ein persönliches Beispiel.


Das gute an solchen Filmen ist, sie entwickeln ein Eigenleben und das halten sie bis zu ein oder zwei Jahren durch. Die Einschläge werden dann immer dichter. In der heißen Phase trifft man Leute, die den Film grad gesehen haben. Dann findet man ab und zu Schnipsel und Fußnoten im Netz oder in Zeitschriften. Dann kommt die Phase der Stille. Kein Gedanken, kein Wort. Und dann – Kawumm – da steht er vor dir und haut dir in die Fresse.

Um mir eine cineastische Körperverletzung zu ersparen, schleppte ich mich und Bunny ins Central. Nicht unbedingt Berlins feinste Adresse für einen gediegenen Kinobesuch, aber egal, die Zeit fordert Opfer. Ein lang vernachlässigter Film wird nur noch zu Unzeiten und in eigenwilligen Vorführräumen gezeigt - Basta.

Und da sitzen sie auch „Alle“- „Alle“, die den Film schon mitsprechen können - „Alle“, die ihn so lange stiefmütterlich behandelt haben - „Alle“, die nicht pennen können. Leider saßen wir in schwitzig riechenden Ledersesseln, die mir einen fetten Krampf im rechten Bein bescherten und wie immer saßen alle Zwerge hinten und die Fleischberge mit 2 Meter Sitzgröße vorne. Das kann jetzt aber auch Konzeptkino sein, denn der Film lief mit englischen Untertiteln (durchbrochen von den Rüben meiner Vordermänner). Mal ehrlich, die Untertitel haben erst ermöglicht dem Film zu folgen, weil die Kopie grottenschlecht und quasi ohne ordentliche Tonspur lief.

Genug geheult, Ambiente und Kinoqualität sind nicht das Wichtigste – der Film ist der Star. Der Film war erste Sahne und mit ein paar gezielten Faustschlägen unter und oberhalb der Gürtellinie entflammte er mein kleines Filmjunkieherz. Nacherzählen kommt richtig blöd und deshalb, schaut ihn euch an – grusselige Kinos mit Nachtprogramm gibt’s vor jeder Haustür. Traut euch, es lohnt sich.

1 Kommentar to “Schwarze Schafe im Kino Central”

  • Skandaaaal! Solchen einen Film zu verpassen nur weil deine Füße in schwedischen Seen baumelten, ist ein unerhörter Frevel. Nun aber hü den Film geschaut. Immerhin wirst du bei “Mondkalb” pünktlich sein.

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