5. February, 2008
Die Kinder von Golzow auf der Berlinale
Die filmische Langzeitbeobachtung der Filmermacher Barbara und Winfried Junge begleitet seit über 50 Jahren die Leben einer Schulklasse aus dem brandenburgischen Golzow im Oderbruch.
Mich begleiten sie seit 10 Jahren. Ich bin durch Zufall im Filmmuseum Potsdam auf eine lange Filmnacht gestoßen und bin den Kindern von Golzow treu geblieben.
Es sind nicht nur die einzelnen Lebensläufe, Schicksale und kleinen Freuden, die mich fesseln – es steckt auch ein Lebensgefühl in den Erzählungen. Die Filme sind leise, behutsam und lassen es zu, dass man den Menschen näher kommt. Sie lassen es zu über die DDR, die Wende, die BRD und meine eignen Erfahrungen zu reflektieren. Es gibt einem die Möglichkeit an einem fremden Menschen sein eigenes Leben zu spiegeln. Manchmal sind es nur einzelne Bilder, die mich in meine Kindheit oder Jugend zurückversetzen oder mir Erlebnisse der letzten Jahre zurückbringen.
E ist natürlich ein Stück Voyeurismus dabei, der mich in über 19 Filme a 37 Stunden treibt. Aber es ist ein echtes Interesse an den Einzelnen Leuten. An einigen Stellen muss ich weinen, lachen und fühle mit, wenn jemand sich entschließt nicht mehr weiter sein Leben begleiten zu lassen.
Ich bin begeistert, dass es auf der diesjährigen Berlinale die Chance auf einen neuen, vielleicht auch letzten Film gibt. Dieses Jahr heißt es „… dann leben sie noch heute… Die Kinder von Golzow …“.



