5. May, 2008

China zwischen Tradition und reinem Konsum

Tempel, Wuensche und die Suche nach den alten Hutongs waren heute unsere Begleiter. Gelandet sind wir schlussendlich in einem Rausch aus Farben und Geschmacksrichtungen und dem widerlichen Konsumstrom der Europaeer.

In Peking gibt es den groessten buddhistischen Tempel ausserhalb von Tibet (ja, es klingt etwas geschmacklos), den Yonghe-Tempel oder Lama Tempel.
Zu diesem zog es uns heute, nachdem wir gestern schon im Park des himmlischen Tempels waren und bunny sehr enttaeuscht ueber den Volksanstrum und die Nichtachtung der Chinesischen Reisegruppen war.
Heute war es anders, wir hatten die Bitte von einem lieben Freund zu erfuellen. Er wuenschte sich, dass wir ihm ein Opfer in einem buddhistischen Tempel bringen und fuer ihn beten.

Zu einem Opfer gehoert dann auch ein Rauecherstaebchen und das muss erstmal besorgt werden. Welche Farbe, Groesse, welcher Buddha oder welche Gottheit ist die Richtige? Wie, wann und wo muss es abgebrannt werden. Ich bin kein Buddhist und haette wohl in meiner Familie die Kenner fragen sollen, so waren wir auf beobachten angewiesen.
Das ging ganz gut und wir erfuellten “den Auftrag” und genossen die Tempelanlage und die Ruhe.

Danach wurde das erste Mal gefeilscht. Bunny war am Druecker und schlug sich ganz wacker, auch wenn es ungewohnt war.
Aus dem Tempel rein ins Leben. Na ja, das ging nicht gleich gut.

Wir wollten die alten Hutongs besichtigen und stiessen wieder auf das Problem - Peking reisst sie ab und bastelt sie neu und ohne unerwuenschte “Schmuddelecken” und arme Leute. Sehr schade, wie wir finden. Es ist eine ganz eigene und besondere Welt.
Anhand der fast unsichtbaren Obdachlosen kann man nur erahnen, wie viele ihre Heimstatt und ihre soziale Verankerung verloren haben. Wenn ein grosses zentralistisches System Dinge beschliesst, dann wir wohl eher nicht ueber den Einzelnen nachgedacht.

In unserem Suchlauf nach dem Alten stiessen wir unvermittelt und stark blinkend auf das Neue. Grosse, ueberladene Einkaufstrassen, die in ihren Fronten blitzen und leuchten und dahinter den Schutt und die Abrissbirne verbergen.

Das Magenknurren war nicht mehr zu verheimlichen und wir beschlossen zur Fuetterung zu schreiten. Na ja, in einer Welt aus neuem Schein und bunten Bildern ist das nicht grad leicht und auch nicht billig.
Wir landeten auf einer ueppigen Fressmeile und sahen die absonderlichsten Tiere am Spiess und der Duft von Gewuerzen lockte uns von Stand zu Stand.

Diese Gegend von Peking platz vor Auslaenderdichte aus den reichen Strassen und so hoert man aller Herrenlaenderzungen und jedem/jeder schmeckt es mal mehr oder weniger.

Wir knabberten, schmatzten und schnabolierten uns durch die Gassen und hatten dicke Baeuche von Suesskram, kandierten Fruechten und allerlei Zeug was im Meer rumschwamm.

3 Kommentare to “China zwischen Tradition und reinem Konsum”

  • Wir sind schon wieder im Netz.Bilder sehen nicht nach Süßem aus-wahrscheinlich aber hoher Proteingehalt.
    Habt Ihr denn auch die Vorstellung der chinesischen Oper gesehen -gleich am Ende der Skurilitäten des Essens?
    Na Ihr seid ja noch ein paar Tage dort.
    Von der Freßmeile zur verbotenen Stadt gibt es einen neckischen O-bus der fährt mal mit Strom und dann rollt er eben so mal ohne bis der Strom wieder in der luft hängt.Sucht mal,er macht es von beiden Seiten.
    Schlaft schön!
    Mapa

  • Die arme Murmel, und die arme Bunny, da sehnt man sich doch bestimmt an den heimischen Eß-Tisch zurück….

    Wir hoffen euch gehts gut, freuen uns Alle auf Eure Rückkehr.

    LG

  • Uns geht es super! Und um ganz ehrlich zu sein… den Esstisch vermissen wir nicht so wirklich. Bisher funktioniert das mit der Nahrungsbeschaffung besser als erwartet. Wir haben uns aber ganz fest und tapfer vorgenommen auch eine Portion Proteine noch zu testen… wir werden berichten!

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