30. June, 2008

Der Herr Montag

Da steht er im Raum, der Tag.
Grau, schlaff, mit Schultern gebeugt wie ein nasser Hund.
Im Schlepptau hat er Übermüdung aus Übermut, Bilderflut, Wohlgefühl, Katzenjammer.

Er ist wohl der geschmähte Vetter des Sonntags. Auf keiner Feier wird er eingeladen, die Kinder meiden ihn und säuerlich schaut selbst die Gattin.
Was hat er nur wieder angezogen, die ollen Hosen mit dem Kummerbund. Weshalb die Butterbrotdose, die alte Thermoskanne und die Schnitten? Kann er nicht ins Büro, wie jeder andere Tag?

Ein Gutes hat er doch verborgen in seiner zerschlissenen Aktentaschen – die Lyrik, die uns aufrecht hält.

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