27. August, 2008
Hochburg des Spätkaufs - Dresden Neustadt
Eines der Phänomene, denen wir auf unserer Bildungsfahrt in die sächsische Landeshauptstadt begegneten, war die unglaubliche Dichte der Spätkaufläden in der Neustadt.
Als verwöhnter und konsumfetter Hauptstädter verschwenden wir kaum mehr einen Gedanken an den nächtlichen Raubzug. Bier, Würstchen oder Brot und Gemüse werden mal so nebenbei beim Russen um die Ecke oder am Hermannplatz organisiert. Selbst die olle Kaufhalle an der Warschauerbrücke hat rund um die Uhr auf.
Anders die traurigen Erfahrungen im Randgebiet der großen Berliner Schüssel. Aber Dresden rockt alle deutschen Städte, was das nächtliche Warenverschieben angeht.

Das wunderbare am Dresdener Spätkauf ist die Dichte (quasi alle 50 Meter) und die liebevolle Ausgestaltung der kleinen nächtlichen Kauftempel. Tempel oder Schrein trifft es in den meisten Fällen auf den Punkt. Da steht keiner im feisten Neonlicht und vertickert Gebrauchswaren, nein, hier wird liebevoll arrangiert, empfohlen und unterhalten. Drum rum ist das pralle Leben und drinnen gibt’s Musik und Brot& Spiele.
Wohlmeinender Ratschlag eines Kenners der Spätkaufszene: Habe immer Kleingeld dabei! Die haben nämlich nie Wechselgeld dort. Möglicherweise lässt sich eine Art Spätkaufpilgerreiseunternehmen aufziehen, die Berliner könnten echt was lernen.




10 Kommentare to “Hochburg des Spätkaufs - Dresden Neustadt”
Oh ja…die Spätis in der Neustadt haben mir schon so einige Abende gerettet.
Puppe am 27. August, 2008 um 16:55
Spätkaufläden machen fett. Ich geh in so was immer nur, wenn meine Figur dem abgebildeten Vielarmigen schon nahekommt - und dann zum Kauf von Hochkalorischem.
Claudia am 28. August, 2008 um 00:00
Nein, die machen doch nicht fett. Breit, manchmal, wenn ich Bier hole, aber nicht fett ;o).
Der Russe bei mir an der Ecke rettet mir des öfteren den Abend, dann kann ich noch schnell kochen und trinken, wenn mir nachts um zwei danach ist.
murmel am 28. August, 2008 um 14:53
Dresden Neustadt - Ein Mischung aus Prenzlauer Berg und Fridrichshain?
Dagger am 28. August, 2008 um 23:31
Dagger…um hier mal Lokalpatriotismus walten zu lassen, hört ein Dresden Neustädter den Vergleich “Mischung aus Prenzelberg und Friedrichshain” sicher nicht gern. Dresden Neustadt ist Dresden Neustadt. Hinfahren, anschauen und du wirst deinen Vergleich zurücknehmen
Puppe am 29. August, 2008 um 08:41
Soweit sollte der Vergleich gar nicht gehen. ich bezog mich da eher auf die Spätidichte.
Abgesehen davon würe ich es vieleicht sogar als Kompliment verstehen können
Bei Gelegenheit schaue ich aber gerne wieder mal vorbei.
Dagger am 1. September, 2008 um 21:25
Einziges Problem an den Spätshops in der Dresdner Neustadt ist die Polizeiverordnung, die Freitag und Sonnabend den Straßen-Verkauf von Alkohol nach 22 Uhr verbietet. Angeblich sollen damit Randale vermieden werden.
Anton Launer am 12. November, 2008 um 21:49
Deshalb haben viele Spätis auch am Freitag und Samstag ab 22 uhr geschlossen, weil es sich wirtschaftlich nicht rentiert
olly am 20. January, 2009 um 22:04
Ist ja dann aber auch ein super Späti, der spätabends zu hat. Ganz dufte. Früher…hach…da war alles anders. Da konnte man noch spät in den Späti gehen.
Puppe am 20. January, 2009 um 22:12
Öhm, ich würde es sehr bedauern, wenn die DD Spätis derart beschnitten werden/sind in ihrer Daseinform. Ich habe sie als besonders angenehm empfunden und würde sofort spontane Demonstrationen und Straßenkämpfe anzetteln … oh, ach ja, Randale … aber die geht bei mir auch ohne Alkohol ;).
PS: Witzig, dass ihr das Thema noch diskutiert.
murmel am 21. January, 2009 um 11:27