22. September, 2008

Weiße Tauben

Beim weißen Federvieh, dem Schwein der Großstadtlüfte, muß ich unweigerlich an Hochzeitsinszenierungen denken. Da werden die kleinen Flugratten romantisch in den Himmel entlassen und kreisen um den Kirchturm. In meiner Fantasie werden sie dann vom Habicht weggeschnappt oder scheißen gepflegt auf die Hochzeitsgesellschaft.
Leider handelt es sich dabei nur um Tagträume.
Heute Morgen sah ich nun eine blütenreine Taube über den Bahnsteig marschieren. So ein vornehmes Hochzeitsviech fällt schon auf unter den grauen und leicht schmuddeligen Kumpeln vom Kiez. Nun ist die Frage berechtigt, ist sie ausgerissen. Ist sie mit einem räudigen Großstadtcowboy durchgebrannt? Hat sie auf die gutbürgerliche Hochzeitswelt der oberen Zehntausend gepfiffen? Ist schon eigenartig, was einem am frühen Montagmorgen beim BVG fahren so durchs Oberstübchen flattert.

Möchtest Du antworten?