3. November, 2008

Weltverbesserer Communities – Community Camp Berlin

Was Mensch sich genau darunter vorzustellen hat, lässt sich schwer fassen. Unter dem Geschichtspunkt einer sozial-politischen Auseinadersetzung, wie sich NGOs, Verbände, Parteien, zivilgesellschaftliche Modelle in Communities wiederfinden, neu gestalten können, saß ich am Sonntag in der Session. Die vorgestellten Communities gingen m. E. eher in die Richtung Netzwerken, Brand Communities (im Fair Trade/ Öko Sektor) oder erweiterte Wikis, wie sie von politischen Organisationen schon lange genutzt werden um Projekte, Camps oder Demos zu organisieren.
„Wir helfen beim finden.“ sagte jemand und genau das ist es. Eine Community, wie ich sie mir als Austausch und auch sinnstiftende Kommunikationsbasis vorstelle, wurde nicht offeriert. Diskussionsführend war die Gemeinschaft von Utopia. Dieses Communityprojekt mit immerhin 30.000 Nutzern sieht sich als Plattform des strategischen Konsums. Es ist keine selbstverwaltet oder geschaffene Gemeinschaft. Die Gründerin forcierte den Konsumanteil und das beratende Element, das sich auch in den Sponsoren wiederfindet. Diese Art der Vergemeinschaftung ist nicht negativ zu werten, entsprach nur nicht der Erwartung, die ich an den provozierenden Titel „Weltverbesserer Communities“ gehangen habe.
Etwas anders gestaltet sich ein Konzept, welches Menschen die Möglichkeit bietet Gleichgesinnte zu finden, die an Projekten (Päckchen verschicken, lokale Aktionen etc.) mitarbeiten wollen. Es wird eine Vernetzung gefördert und die Projekte können in Blogs dokumentiert werden. (Ich habe leider den Namen verlegt – ich suche noch.)
Bei beiden Plattformen sehe ich noch keinen wirklichen Communitycharakter gegeben, der dem Anspruch der sogenannten Weltverbesserer gerecht wird. Es sind Netzwerke, konsumbegleitende Gesprächsforen mit Selbstdarstellungsapplikationen.
Vielleicht fällt es Menschen auch schwer sozial-politische oder ökologische Belange, die sie sonst in (temporären) Bewegungen ausleben auf eine virtuelle Community zu übertragen, da ein hoher Anteil von vis a vis Arbeit von Nöten ist. Wobei es genügend Ansätze im Netz gibt, die in diese Richtung tendieren. Sie sind vielleicht noch nicht im hübschen massentauglichen Kleid, aber sie funktionieren.

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