21. January, 2009
Vertreter hört die Signale
Dreimal in zwei Minuten drückte ich in weg - ohne ihn zu berühren. Ein sich wiederholendes, grausames Spiel. Jedes Mal nahm es denselben tragischen Verlauf. Warum machte er sich so klein, unterdrückte sich selbst beim sich anbahnenden Telefonat? Er hatte bestimmt studiert. Etwas feinsinnig, philosophisches - war dann nicht lebensfähig im großen Becken der Haie und heuerte im Kundendienst an. Versprach sich menschliche Nähe, Wärme, regen Austausch. Brach schnell an der eisigen Kälte seiner Kunden.
Die Empathie, die seine Freunde so an ihm schätzen, wich einem bissigen Zynismus, der menschenverachtender nicht sein konnte.
Seine feingliedrigen Finger verfärbten sich gelb und seine Lunge schwarz unter der Last des neuen Lasters Nikotin. Sollte er sein junges Leben für die Nichtigkeiten des Direktmarketings aufbrauchen? Sollte er weniger Quadratmeter als eine Legehenne sein eigen nennen und liebevoll mit Arbeitstatt umschreiben?
Nein, das sollte ihm alles nicht geschehen … er sollte einfach aufhören mir einen Mobilfunkvertrag aufzuschwatzen.




2 Kommentare to “Vertreter hört die Signale”
Noch schöner wird es, wenn man einen Mobilfunkvertrag kündigt. Dann drehen die dort im Callcenter durch und rufe Dich ständig an: “Warum verlasssen Sie uns?” | “…treuer Kunde…” | “Bessere Konditionen nur für SIE!” u.s.w.
Als Grund der Kündigung habe ich laut und langsam ins Telefon gesagt: “Sie sind zu teuer. ‘Schüss.”
Puppe am 21. January, 2009 um 16:55
Ich sagte, ihre Konditionen sind Scheiße … er hätte besser Tage abwarten sollen, nun ist sein Herz zerbrochen.
murmel am 21. January, 2009 um 17:54