16. June, 2009
Entenfüttern im Park
Als berufstätiger Mensch, der sein Tagwerk nicht nur mit Taubenvergiften im Park beschließen möchte, sondern aktiv an der Federviehpflege teilhaben will, sind die Grenzen eng gesetzt. Durch die Einbindung in den Produktionsprozess unterliegt der Tierfreund oft festen Arbeitszeiten, die eine Gleichberechtigung in der Hege & Pflege konterkarieren. Gewitzte Pensionäre, Elternteile mit ihren unmündigen Kindern, Tagesfreizeitler und Spontanfütterer bevölkern meist seid den frühen Morgenstunden die Parkweiher. Tütenweise wird das Altbrot in Umlauf gebracht. Das schwimmende Geflügel erliegt bereits nach wenigen Stunden der Überfütterung und ignoriert Versuche der Nahrungszufuhr in den Abendstunden. So steht der Spätfütterer mit gefüllten Taschen vorm fressverweigernden Endverbraucher und die Tränen der Enttäuschung stehen in seinen Augen. Kaum wird dieser Gruppe von Tierfreunden gedacht, eben solche, die auch nicht auf andere Rassen oder Gattungen umsatteln können. Sie werden vergessen und mancherorts verlacht. Ihr Leid ist unser Leid. Deshalb wäre ein fairer und kollegialer Umgang wünschenswert. Städtisch organisierte Futterpläne, die den Benutzergruppen und den Ziel(personen)enten gerecht werden. Videoüberwachung und drakonische Strafen bei Überschreitung oder Missbrauch der Fütterungsrechte. Uniformierte Parkwächter, die auch nicht vor dem Gebrauch von Elektroschockern zurückschrecken. Es geht um einen disziplinierten Umgang mit unseren gefiederten Freunden und um die Steigerung des urbanen Lebensgefühls. Also denkt darüber nach, wenn ihr achtlos Brot auf Enten werft und das gutgläubige Tier futtert & futtert & futtert …



