Archiv der 'Absolut Geschichte(n)' Kategorie

5. August, 2009

Warten drauf

Durch die Sümpfe kriecht die Hitze. Mücken schlüpfen für die Nacht. Der Fluss bringt den Blues. Der Wirt den Gin. Der Nebel, das Vergessen. Der Sommer frisst sich durch den Körper. Lähmt ihn & entlässt den Geist.
Dumpfer Zauber, träge Nacht.

4. August, 2009

Schabenglück

Er umarmte die kleine Schabe, die sein Herz ihm stahl. Aus Liebelei baute er ihr ein Haus aus Zündholzschachteln. Flink nähte sie mit ihren Beinchen rot-weiße Gardinen und Tischtücher. Auf seinem Nachtschrank stand das Haus aus Pappe auf einem Hügel Essensresten. Fast platzte sie vor Glück aus ihrem Panzer und schreckt zu seinem Glück zurück. [...]

30. July, 2009

Streichen sie schon, oder lesen sie noch?

Nie sind Fenster häufiger geputzt, als in Zeiten von Abschlußarbeiten. Nie sind lustige Taschenbuchausgaben der letzten 20 Jahre penibeler geordnet, als in Zeiten von Steuererklärungen. Nie sind Zeitungen ausgelesener, als in Zeiten von Malerarbeiten. Die Neigung, Ersatzarbeiten als Vorschub des Eigentlichen zu leisten, ist allgemein bekannt und sehr gern genutzt. Und auf dem Boden liegend [...]

28. July, 2009

Der Allibert, der Allibert

Die Erkenntnis kommt mit dem Baumarkt. So steht es im großen Buch des Heimwerkers geschrieben.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben bei mir häufige Besuche des schwedischen Einkaufswürfels Schäden in der Wortvielfalt hinterlassen. Reduziert sich doch der möblierte Wortschatz auf Sofa mit Kleinstadtnamen, Regalen mit Männernamen und Kleinkram mit handlungsanzeigenden Worten. Gebraucht mensch diese in anderen Zusammenhängen oder [...]

27. July, 2009

Ohne Funken & Verstand

Magnesiumspäne aus dunklem Schacht brachte der Holzklotz dem hohlen Püppchen als Herzensschatz. Ergriffen zog ein Seufzer durch’s Köpfchensvakuum & Luft. Drauf tat’s nen Knall. Lichterloh beide gleich in Flammen standen. Doch Eifersucht ist oft wie Stroh & in des Püppchens Vogelscheuch entbrannte Wut & Füllung. Das Ende ward dann Schutt & Asche & keinerlei Moral.

26. July, 2009

Durch die Nacht

26. July, 2009

Bleiben Sie nicht stehn!

Da stehst’e, glotzt, starrst, kommst nicht weiter. Angekommen bist’e nirgens. Anschluß verpasst, kurz ausgesetzt, Rücklichter so schön. Der Wurm frißt dich von innen. Gedanken retten sich kaum. Schreiben lässt’e. Das Blog hält still. Machst doch eh waste willst. Mal seh’n was kommt.

8. July, 2009

Stadtstrand

6. July, 2009

Solanum dulcamara

Bittersüß der Nachtschatten,
der es lähmte.
Bedeckt durchs Unterholz
aus dem’s gelockt.
Gierte nach den reifen Früchten,
die’s so entrückt,
auf den Boden niederdrückt.
Aufgequollen der pelz’ge Körper,
der sich nun danieder streckt.
Fragt sich beim rüber gleiten,
wofür bin ich so elendig verreckt.

3. July, 2009

Herr Meier und’s Fräulein Ingeborg

Kann’s ein bisschen mehr sein, schnarrte die Frage über die Fleischtheke und erbrach sich am Gegenüber. Wurstfinger in dickem Darm wechselten den Halter. Erst Tier, dann Gevatter Rindstod und nun der dröge Meier. Kleinkariert; Schürze, Hemd, Tischtuch da half keine späte Reue. Durchs Fett gezogen Tier und Meiers Haar. Erscheinen wollt’ er vor dem Fräulein [...]