7. October, 2008

Wirre Wortfetzen, Überschriften und die Sonne im Oktober

Das sonnige Flackern des Lichts in der S-Bahn animierte mein Hirn zu kleinen Übersprungshandlungen. So erstellte das kleine Männchen in meinem Kopf aus verschiedenen Schlagzeilenschnipseln eine geheime Botschaft zur Weltrevolution. Diese geht natürlich von Berlin Friedenau aus und hat ihr Hauptquartier in meinem Pfandflaschenimperium gefunden. Oder wie soll Mensch solche Überschriften der Printmedien verstehen: „Welttag [...]

29. September, 2008

Vampyrette und der Urknall

Woran es lag, dass die U-Bahnfahrt heute besonders absurd gelang, weiß ich nicht. An meinem Urlaub, am Montag, an dem miesen Uringeruch in manchen berliner Ecken, an dem Versuch Konzertkarten zu kaufen, an den Resten der Marathonläufer in der Stadt … keine Ahnung, es war eine Fahrt mit allerfeinstem Kopfkino.
Grad amüsierte ich mich noch über [...]

22. September, 2008

Weiße Tauben

Beim weißen Federvieh, dem Schwein der Großstadtlüfte, muß ich unweigerlich an Hochzeitsinszenierungen denken. Da werden die kleinen Flugratten romantisch in den Himmel entlassen und kreisen um den Kirchturm. In meiner Fantasie werden sie dann vom Habicht weggeschnappt oder scheißen gepflegt auf die Hochzeitsgesellschaft.
Leider handelt es sich dabei nur um Tagträume.
Heute Morgen sah ich nun eine [...]

5. September, 2008

Ein kurzer Traum vom Glück

Grad verlor ich mich noch im tiefen Meer ihrer dunklen Augen, zählte die Sommersprossen auf ihrer kleinen Nase, das schlug sie es auf. „Trennung als Aufbruch“ prangte es auf dem Buchdeckel und bedeutet die Mauer zwischen uns.
Wir hatten uns doch grad erst kennengelernt, die Grenzen abgesteckt, die Kleidung sortiert und den tauen Morgen aus unserem [...]

3. September, 2008

Großer Bahnhof für Wilmersdorfer Witwen

Zu einem Lichtblick des morgendlichen Abtransportes zur Produktionsstätte gehört die Nutzung des Regionalexpresses. Nicht die Fahrt ist der erheben Augenblick, nein das Warten auf ihn am Bahnhof Zoo. Der seid dem Neubau der beiden Bahnhöfe Hauptbahnhof und Südbahnhof (Südkreuz) seines Daseins beraubt wurde. Vormals war der Bahnhof Zoo der Umschlagplatz für alle Züge, also auch [...]

2. September, 2008

Verkettung unglücklicher Umstände

Was soll ich sagen? – Nicht mein Tag!
Der Wecker gab mir immer wieder einen fünf Minutenaufschub, also ließ ich mich zum Verschlafen hinreißen. Dann rette ich schlaftrunken einem Kaktus das Leben und ziehe mir seid dem die kleinen fiesen Stacheln aus beiden Händen.
Stolz auf ein vollständig angezogenes Erscheinungsbild hastete ich zum Bahnsteig, wo im vier [...]

17. August, 2008

Entschuldigen Sie die Störung

Damit setzen die meisten Verkäufer des Straßenfegers, der Motz oder anderen Zeitschriften für, mit, über und von Obdachlosen an.
Der Markt in den U-Bahnlinien scheint aufgeteilt. Auf seinen Hausstrecken trifft mensch bestimmte Verkäufer immer wieder. In manchen Fällen entwickelt sich ein stilles Einverständnis und wenn mensch schon etwas gegeben hat, dann wird nicht jedes Mal neu [...]

11. August, 2008

Das Leben der Anderen

Gespräche anderer zu belauschen ist ungehörig.
Gespräche, die sich einem aufdrängen, wie verlauste Affen, sind ebenfalls ungehörig.
Die gefühlte Intimsphäre, die sich bei einigen Menschen beim mobilen Telefonieren einstellt, kann ich mittlerweile gut ignorieren. Natürlich interessiert mich nicht, ob Klaus-Dieter den Wellesittich von Rosi gefüttert hat oder ob der Andi nen Arschgesicht ist, weil er am Wochenende mit [...]

9. August, 2008

Die Lizenz zum Nerven

Das ein oder andere Mal treiben einen die Musikanten in der S-Bahn an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Nun ja, scheinbar haben sie eine Lizens dafür oder können diese zumindest erwerben. Wenn ihr euch rächen wollt, lauert ihnen am U-Bahnhof Rathaus Steglitz auf.

28. July, 2008

Eckhardt, die Russen kommen

Beliebte Strecke zum städtischen Russentransport ist die U9, quasi unsere Haus& Hoflinie. Bis zum späten Abend hin, pendeln die Kaufsüchtigen zwischen Kudamm und Steglitz. Abgelöst werden sie nachts von vergnügungswilligem Jungvolk.
Blond, schlank auf extrem hohen Schuhen stöckeln sie dann durch die langen Gänge oder tippeln die Treppen Berlinerstraße hinunter.
Heute stellte sich ein Wechseln ein. Am [...]