Influencer werden – was Sie wissen müssen

Wenn man sich heutzutage umschaut, scheint es, als hätten Influencer viele klassische Berufsgruppen abgelöst. Zuallererst jene der Kritiker: Ob Literatur-, Gastro- oder Musikkritiker – Influencer empfehlen unbefangen, was sie mögen oder wofür sie bezahlt werden. Ganz viele sind im Beauty-, Wellness- und Fashionbereich anzutreffen, denn schließlich ändern sich Schönheits- und Modetrends beständig und das Publikum möchte darüber möglichst persönlich informiert werden. Nicht zuletzt sind Influencer auch Moderatoren, Schauspieler und, so manches Mal, auch zu kleinen Stars geworden.

Influencer Foto von Alexandra
Bild: Alexandra Beier

Berufsbild Influencer: Durch Authentizität punkten

Der Influencer vereint also die Rollen vieler Prominenter in seiner Person. Immer aber kann sich das Publikum – im Gegensatz zu so manch unerreichbaren Hollywood-Star – mit ihm identifizieren. Hier spricht einer von uns, denkt es, ihm kann man vertrauen. Und tatsächlich haben viele Influencer angefangen, direkt aus ihren Kinderzimmern die ersten Videos zu veröffentlichen. Ganz egal, ob es dabei um einen Life-Hack ging, wie man über Nacht die schönsten Locken dreht, um die Beurteilung des neuesten Computer-Games oder um aktuelle Trends wie etwa das Neunziger-Jahre-Revival samt Bauchnabelpiercing & Co. Das Beste daran ist, dass Influencer tatsächlich „welche von uns“ sind. Sie müssen sich nicht durch ein besonders tolles Aussehen oder überragende Talente auszeichnen. Ihre Glaubwürdigkeit beziehen sie aus ihrer Authentizität. Sie dienen also eher als eine Art große Schwester oder als Lieblingscousin, die immer ein bisschen Vorbild sind und deren Ratschläge man gern annimmt. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen „Influencer werden“ als ernstzunehmende Karriereoption erwägen.

Unverzichtbar: Unique Content und Social-Media-Strategie



Schließlich scheint es so einfach: Man findet ein Thema, in welchem man sich gut auskennt oder das einem aus einem anderen Grund am Herzen liegt, und erzählt zu Hause etwas dazu in eine Videokamera oder ein Mikrofon. Schon kommen tausende Follower, man wird berühmt und reich. Doch ganz so einfach ist es natürlich nicht. Zusätzlich zum Videobeitrag oder zum Podcast benötigt es eine Social-Media-Präsenz, um das Publikum auf die Inhalte hinzuweisen. Mittlerweile gibt es sogar ganze Studiengänge zum Thema Influencer Marketing! Da benötigt man schon sehr gute, sehr spezielle Inhalte, um sich von den anderen abzusetzen und wirklich Karriere als Influencer zu machen. Doch der allerbeste Inhalt nützt nichts, wenn er nicht gesehen wird. Eine eigene Social-Media-Strategie gehört also unbedingt dazu. Nun ist es aber so, dass auch die ausgeklügelteste Strategie nur wenig Wirkung hat, wenn Social Media nicht mitspielt. Beständig neue Algorithmen bestimmen dort, wessen Inhalte einem Millionenpublikum ausgespielt werden – und wessen nicht. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Social Media jene Accounts mag, die regelmäßig posten. Instagram beispielsweise bevorzugt jüngsten Erhebungen zufolge solche Unternehmens-Konten, die mindestens zwei- bis dreimal pro Woche Feedinhalte posten – und mindestens die gleiche Anzahl an Stories. Jeden Tag eine neue Story schadet auch nicht – doch Achtung vor der sogenannten Social-Media-Müdigkeit, zu der mittlerweile wissenschaftliche Studien vorliegen!


Posting-Frequenz und Follower-Zahlen

Es ist also gar nicht so einfach, neben den originellen Inhalten mit Mehrwert die richtige Posting-Frequenz zu finden, die das Publikum (und die Algorithmen) einerseits nicht übersättigt, andererseits aber im Gedächtnis bleibt und idealerweise Vorfreude auf jeden nächsten Post weckt. Eine andere Variabel, die es zu beachten gilt, ist die Anzahl bereits generierter Likes, Fans und Follower. Es ist kein Geheimnis, dass Posts, die eine erhöhte Like-Quote und Konten, die besonders viele Follower haben, häufiger ausgespielt werden als andere. Wenn jemand aber erst neu im Influencer-Business ist und noch wenige Follower hat, stellt sich die Frage, wie er es erreichen kann, dass seine Inhalte überhaupt Aufmerksamkeit erzeugen. Ist das nicht ein Teufelskreis? Wenige Follower = wenig Ausspielung = weiterhin wenig Follower? Profis raten dazu, insbesondere am Anfang mit Agenturen wie Freewaysocial oder Edenboost zusammenzuarbeiten. Diese verkaufen für wenig Geld echte Follower, Likes, Views oder Kommentare, sodass die betreffende Social-Media-Plattform das Konto des Neu-Influencers automatisch höher bewerten und seine Inhalte öfter ausspielen wird. Manchmal ist es genau diese Starthilfe, die den Unterschied macht, ob dem Influencer der Durchbruch gelingt oder ob er seine mit viel Liebe zum Detail vorgenommene Arbeit ganz umsonst macht. Keine Follower zu kaufen kann sich am Anfang nur jemand mit einem wirklich speziellen, konkurrenzlosen Nischenthema erlauben. Alle anderen tun gut daran, ihrem Account am Anfang einen kleinen Push zu geben.


Nicht in die Perfektionismus-Falle tappen!

Was sollte man noch tun, wenn man Influencer werden möchte? Der Content steht, man hat sich für eine Social-Media-Strategie bezüglich der Posting-Rate entschieden und genügend anfängliche Follower bzw. Likes eingekauft – nun kann es an die schrittweise Professionalisierung gehen. Manche machen den Fehler, nicht vor die Kamera zu treten bzw. nicht auf Social Media präsent zu sein, bevor alles hundertprozentig perfekt ist. Die feilen erst wochenlang an einem Logo, am idealen Videohintergrund, lassen sich rechtlich wasserdicht absichern und so weiter. Dies sind alles Dinge, die zweifelsohne den Wiedererkennungseffekt erhöhen und das Markenimage bilden, doch das kann alles sukzessive erfolgen. Manche machen nämlich aus lauter Angst, etwas nicht perfekt zu machen, nichts. Darum ist der wohl wichtigste Tipp für den Start einer Influencer-Karriere: Erst einmal machen, dann stetig verbessern.