Schachtelfluchten

Da ist der Laden mit den Schachteln. Jede Schachtel eine Flucht. Kaufst sie fürs Ersparte. Nestelst mit klammen Fingern in der Hosentasche rum. Kannst den letzten Groschen kaum greifen mit der nassen Zitterhand. Ein Knopf, der für den Klingelbeutel, den erwischst du noch. Zaubert nur nen dumpfen Klang, der dich dann verrät. Unruhig wird der ganze Körper, schmerzhaft wird die Sehnsucht, uferlos. Schweiß ringt sich unter deinen Armen. Nässe läuft am Körper ab. Kälte blickt durch deine Augen, starr auf einen Punkt gebracht. Kannst nicht mehr hören, nicht mehr sprechen. Flucht in Schachteln, was dich umtreibt. Wie bodenlos wird das Verschlingen? Kannst es stehlen oder weiter schmachten. Moral hast du schon lang verlernt. Kannst sie schmecken, kannst sie fühlen, diese kleine Flucht am Schachtelgrund.

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