Schöner unsere Städte & Gemeinden

Sozialistische Parolen in der Gehirnwindung, kapitalistisches Zahlungsmittel in Zirkulation. Jedes Jahr bricht der Wettstreit der Balkonbepflanzungen im Kiez aus und keiner kann sich dem entziehen. 30 Meter Taubenflugline der direkte Konkurrent. Der Nachbar, den wir Freud nannten. Was den Kampf um Blütenstauden und Ziergräser einen Tick intellektueller, nicht aber verhaltensunauffälliger macht.
Nach monatelanger Plasmaspende konnte der heimische WGBalkon aufgeforstet werden. Doch wie jäh wurde der morgendliche Blick über die Plantage und der leichte Seufzer „Tara, mein Tara“ unterbrochen? Staunend fallen Baumwollflocken auf den Boden und Insekten steuern ungehindert in den offenstehenden Mund. Gigantische Bäume und traubenbewachsende Hänge schmeicheln dem grünsuchenden Auge. Unklar ob Helikopter oder sehr gut trainierte domestizierte Eichkater die hängenden Gärten aufs Dachgeschoß schleppten. Respekt, das ist die einzig mögliche Gefühlsregung. Neid, der grüne Bruder, der die Galle spuckt.
Aufgeben, nein, dass ist keine Option. Dreifelderwirtschaft und eine eigene Milchviehanlage müssen her. 5 Quadratmeter sind kein Papenstiel. Geheime Pläne sehen die nächste Vollmondnacht als geeignet an, die fliegenden Affen mit der Unkrautsaat des Bösen ins Paradies zu entsenden. Wir werden siegreich sein, der fünf Jahresplan würde uns nie anlügen, denken wir und schuften uns die kleinen Hände wund.

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