Wer Handwerk will, muß warten können

Morgenstund hat Gold im Mund& Handwerk goldenen Boden. Zwei mal glänzendes Edelmetall in einem Satz, das lockt den Handwerker hinterm Ofen vor. Weitgefehlt, Kernzeiten von 9-12 Uhr als punktgenaue Angabe des Heinzelmännchenbesuchs, können getrost als Zeit der Sehnsucht bezeichnet werden. Aus lauter Langeweile fängt mensch an sein 24 Zimmernichts aufzuräumen, die WGBügelwäsche der letzten Jahre zu erledigen oder endlich die 4×4 Meter Makrameearbeit aus dem Basteln als Aversionstherapiekurs zu beenden. Schritte im Treppenhaus werden zur Qual, der Vorplatz vorm Haus observiert und der Arbeitsplatz des versierten Haustechnikers liebevoll vorbereitet. Schnittchen, Kaffee, Kissen für die geschundenen Knie. Wird er kommen, wird er das Warten beenden, die Sehnsucht & das blutende Herz stillen? Verabredungen mit Handwerkern haben eine ganz eigene Qualität. In Wartezimmern kann mensch sich noch geschunden unter der Zeit mit anderen zusammentun, wehklagen und mit den Wölfen heulen. Allein in der Wohnung ohne Sichtkontakt zu anderen, ist es ein Märthyrium. Wird das Ausharren endlich belohnt, ist das Vergnügen von kurzer Dauer und der Preis ein hoher. Wie schmerzvoll die Stunden, wie harsch der Aufprall und wie kostspielig das Leben mit Handwerksleuten doch ist. Muß wohl ein Montag sein.

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