Diese fiesen Schweden oder “The Opposite of Hallelujah”

trällert mir eine Stimme in den Gehörgang. Ich stehe in einem stockholmer Plattenladen und das zarte Gespinst von Zuckerwatte verklebt meinen Verstand.
Da stehen Typen, denen möchte ich nachts nicht im Herrenklo begegenen. Sie wippen mit ihre Nietengürtelbehangenen Hüften zum leichten Sound von Herrn Lekman und lächeln verschmitzt. Liegt wohl am Text, der wie aus einem wirren Poesialbum gerissen scheint.

“Kauf mich!” befielt die konsumgeile Stimme in meinem Schädel “Kauf mich jetzt!”.

“Nein, ich kann nicht.” – Vor mir liegt ein Stapel schwedischer Musike, die ich undbedingt in meine Berliner Höhle schleppen muss. Die Liste ist lang und kein Platz mehr für den jungen Barden.
Gesagt, nicht gekauft! Stolz auf mich. – Verdammt – Nächsten Tag rein in den Plattenladen und “Hej, far jag har nyast och fräschast Jens Lekman CD skivor?”
Ja, klar kannst du die neuste CD haben, sagt der Plattendealer des schwedischen Vertrauens. Ich zahle und liebkose die Hülle und sehne mich an meine heimische Stereoanlage.

Hätte ich einen Monat gewartet, dann hätte ich womöglich den Jens im deutschen Radio gehört. Radio Eins spielte den Schwiegersohnverschnitt eine Woche lang hoch und runter. Na ja, da konnte ich die Platte schon auswendig. “Jag älskar Sverige!”

Erstens: Der nette Herr Lekman spielt morgen in Berlin.
Zweitens: Ich muss immer Unmengen Platten aus Stockholm mitbringen.
Drittens: Der Zoll muss echt denken ich schmuggle CDs und Kaffee (weil da ist der schwedische, der beste der Welt).

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