Parallele Sendewelten

Vor Monaten den Kontakt zum Endgerät verloren. Fernsehwellen schwappen ungesehen über mich hinweg. Die Umwelt schert es nicht. Abkürzungen, getanzte Nacherzählungen, Sendehinweise und hundeäugige Bekehrungsversuche reichen sich die Fernbedienung in die Hand. Uninformiert bin ich deshalb mit Nichten & Neffen. Täglich zwitschert der kleine Vogel Twitter über die flimmernden Großereignisse, der Mitbewohner hält mich auf aktuellem Stand der Berieselungsmaschinerie und wenn es hart auf hart kommt, dann wird der Lieblingstatort öffentlich geschaut. Bei manchen Dingen frage ich mich dennoch, wie Fernsehformate ihre Nutzer binden. Meine morgendliche Idee wäre „Socken gesucht!“. In Dramatik, Spannungsbogen, Verzweiflung, humoristischen Einlagen und unendlicher Glückseligkeit kaum zu übertreffen von anderen Formaten. Auch wäre die Sendung an älteren Schwarzweißgeräten zu empfangen, da sich ausschließlich schwarze Exemplare in meiner Heimstatt tummeln und ich annehme, dass der Ort an dem sie sich verstecken auch ein dunkler sein muß. Aber auf diese Form der Unterhaltung muß ich und die restliche Flimmerkistenwelt vergebens warten. Auch gut, dann eben als Videocast

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